Sonntag, 29. März 2015

Rezension Nr. 4



Die Worte der weissen Königin von Antonia Michaelis 
                                                       
                                          Die Worte der weißen Königin

                                                        -Inhalt-

Das Buch erzählt die Geschichte des 11-jährigen Lion, der zwar einen Namen wie ein Löwe hat, aber viel lieber ein Seeadler wäre.
Lion lebt zusammen mit seinem Vater in Usodom in ärmlichen Verhältnissen. Seine Mutter ist weggegangen als der Junge noch sehr klein war. Sein Vater arbeitet als Hilfsarbeiter, doch das Geld ist immer knapp. Durch die Schwarzjagd, verdient der Vater noch etwas dazu. Die ersten Jahre hat Linus eine schöne Kindheit. Das Verhältnis zu seinem Vater ist gut. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander auf der Jagd. Dabei beobachtet Linus die Seeadler. Diese Tiere faszinieren ihn sehr. Samstags geht Linus in die Dorfkirche. Dort liest eine ältere Dame den Kindern Geschichten vor. Für Linus ist diese Dame die weisse Königin und er liebt ihre Geschichten, die Worte klingen in seinen Ohren wie Musik. Er liebt diese Nachmitage genauso wie die Seeadler. Als Linus in die Schule kommt, verliert sein Vater seine Arbeit und greift in seiner Verzweiflung immer öfter zum Alkohol. Das Geld wird immer knapper und der Vater wird immer aggressiver. Unter Alkoholeinfluss schlägt er Linus, der zu seinem Sündenbock wird immer häufiger und brutaler. Linus stellt sich dann vor, dass ein schwarzer König in den Körper seines Vaters schlüpft und sein Vater keine Macht mehr über seinem Körper hat. In dieser Zeit verreist auch die weisse Königin und die Samstagsgeschichten, die Linus so sehr liebte hörten auf. Als einziger Halt bleibt dem Jungen ein junger Seeadler, welchen er täglich mit seinem Pausenbrot füttert und welcher immer zahmer wird. Die familiäre Situation wird immer unerträglicher. Als der schwarze König Linus misshandelt im Keller einsperrt, schlägt der Junge die Scheibe ein und beschließt zu seinem Seeadler Rakikikri in den Wald zu ziehen. Auch will er die weisse Königin finden, deren Worte  er so sehr vermisst. 

                                             -Meine Meinung-

Diese Geschichte hat mich wie alle Geschichten von Antonia Michaelis sehr bewegt. Es geht hier um Überforderung,  Kindesmisshandlung, Vernachlässigung aber auch um Liebe, Vergebung und um einen Neuanfang. Mich hat es sehr fasziniert, wie der kleine Lion eine Phantasiewelt um sich herum aufbaut, um sein schweres Schicksal besser ertragen und Lösungsstrategien entwickeln zu können. Es hat mich stark berührt, wie unfair das Leben manchmal sein kann. Auf der anderen Seite würde ich durch diese Geschichte sehr nachdenklich über mein eigenes Leben und sehr dankbar für meine schöne Kindheit. 
Der Schreibstil von Antonia Michaelis ist sehr besonders. Voller Melancholie und sehr Märchenhaft, geht sie mit schwierigen Themen um und schaffte es mit diesem Buch wiedermal mich auf das Wesentliche im Leben aufmerksam zu machen. Ich liebe es wenn in ihren Geschichten die Realität und die Fantasie ineinander übergehen und ich dadurch viel Räum für meine eigenen Gedanken und Schlussfolgerungen habe.

                                                                        -Fazit-

Ein schweres Kinderschicksal verpackt in eine märchenartige Erzählung mit ganz viel Gefühl, macht diese Geschichte nachdenklich, traurig, wütend aber auch dankbar und hoffnungsvoll. Ich liebe dieses Buch!


                                               5/5 Punkte von mir


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